Unsere Einrichtung, Team und Tagesablauf

"In jedem Menschen ist etwas Kostbares, das in keinem Anderen ist"

Konzeption Waldorfkindergarten Linde e.V. (PDF 310kB)

 Die Einrichtung

Grundlage

unseres Waldorfkindergartens ist die Pädagogik Rudolf Steiners. Jedes Kind ist eine eigene Persönlichkeit und befindet sich auf seinem eigenen Lebensweg. Wir wollen jedem Kind seine individuelle Entwicklung ermöglichen.

Der Kindergarten wurde 1988 als Elterninitiative gegründet. 2007 erfolgte der Umzug von Nümbrecht nach Waldbröl in unser neues, nach ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten gebaute Haus.

Im Wandel der Zeit und auf die Bedürfnisse der Familien eingehend haben wir uns seit Sommer 2010 mit viel Herzblut für eine U3 Gruppe geöffnet. Im Vorfeld wurden die Rahmenbedingungen den 2-jährigen angepasst, so dass wir ein guter Entwicklungsbegleiter sein können. Seit August 2010 werden nun diese guten Gedanken und Handlungen mit freudigem Leben gefüllt. Es ist bereichernd für den Kindergarten und seine pädagogische Arbeit.

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 Der Tagesablauf

Der Ablauf unseres Kindergartentages

ist strukturiert und kehrt in seiner Form jeden Tag wieder. Der Tag beginnt mit dem ersten Freispiel. Die Kinder kommen zwischen 7.00 Uhr und 8.30 Uhr in ihrer Gruppe an und finden sich nach der Begrüßung durch die Erzieherinnen im Gruppenleben ein. Es wird z.B. gemalt, gespielt, gebaut, etwas vorgelesen und in der Küche wird das Frühstück zubereitet. Die Kinder helfen gerne dabei Teig zu kneten, das Obst zu schneiden oder die passende Menge Geschirr abzuzählen.

Das Kind entscheidet während des Freispiels selbst, in welche Tätigkeiten es sich einbringen möchte, mit welchem Kind oder Kindern und mit welchem Spielmaterial es spielen möchte. Es bestimmt den Ort (innerhalb des Gruppen- und Nebenraumes) und die Dauer des Spiels. Die Erzieherinnen greifen nur in das Spiel der Kinder ein, wenn diese Hilfe brauchen, wie z.B. beim Lösen eines Konfliktes oder wenn die Erzieherinnen selbst ein unterstützendes oder anregendes Eingreifen für nötig halten. Die Erzieherinnen sorgen in diesem Sinne für einen geschützten und Anregung gebenden Raum, in dem sich die Kinder "bewegen" können.

Etwa gegen 9.30 Uhr sitzen die Kinder im Stuhlkreis zusammen. Es ist Zeit gemeinsam mit den Kindern zu schauen, ob alle Kinder da sind oder sich gegenseitig zu erzählen, was man erlebt hat. Das erste Fingerspiel am Morgen nimmt Bezug auf die entsprechende Jahreszeit oder eventuell anstehende Feste. Diese entspannte Gesprächsrunde läutet das Aufräumen ein. Jedes Kind übernimmt dabei eine für sich überschaubare Aufgabe. Die Erzieherinnen helfen tatkräftig mit. Nach dem Aufräumen sammeln sich die Kinder an den Tischen. Dort gibt es eine kurze Zeit des Singens bevor die Kinder in den Waschraum gehen, um sich die Hände zu waschen. Eine Erzieherin deckt mit zwei Kindern derweil den Frühstückstisch.

Kinder und Erzieherinnen frühstücken gemeinsam. Das Frühstück ist vollwertig und aus Produkten in Bio-Qualität hergestellt. Jeder Wochentag hat sein bestimmtes Frühstück. So gibt es z. B. immer dienstags herzhafte "Plätzchen" aus Gerste oder freitags immer frisch zubereitetes Müsli.

Nach dem Frühstück

folgt der Reigen. Im Reigen werden Lieder, Reime und Bewegung zu einem Ganzen verknüpft. Die Kinder können, indem sie die Erzieherinnen nachahmen, mitmachen.

Nach dem Reigen geht es ins zweite Freispiel in den Garten. Die Kinder klettern, balancieren, rutschen, schaukeln oder springen Seil. Sie graben und gestalten im Sandkasten, helfen beim Fegen oder bei der Pflege des Gartens.

Zum Abschluss des Vormittags im Kindergarten gibt es einen Stuhlkreis, in dem die Kinder in ruhiger und entspannter Atmosphäre ein Märchen oder eine rhythmische Geschichte hören. Sie wird wiederholt etwa über zwei Wochen erzählt. Um 12 Uhr können die 25-Std.-Kinder abgeholt werden.

Es beginnt eine kurze Freispielphase, in der gemalt oder kleinere Spiele ausgeübt werden können.

Um 12:45 Uhr wird zu Mittag gegessen.

Das Essen findet in ruhiger und angenehmer Atmosphäre statt. Das Mittagessen besteht - wie auch das Frühstück - aus vollwertiger Bioqualität und wird von drei wechselnden Honorarkräften im Kindergarten frisch zubereitet.
Nach dem Mittagessen geht es zum Zähneputzen in den Waschraum, jedes Kind hat einen eigenen Platz für seinen Zahnputzbecher und seine Zahnbürste.
Im Anschluss ans Zähneputzen folgt ein Märchen oder eine Geschichte. Die Kinder liegen auf Fellen im Kreis, in der Mitte wird eine Kerze angezündet. Nun können die Kinder ganz zur Ruhe und zu sich kommen.

Für die jüngeren 45-Std.-Kinder besteht die Möglichkeit einen Mittagsschlaf zu halten. Sie kommen aus beiden Gruppen zusammen in den eigens für sie vorbereiten Schlafraum. Jedes Kind hat sein eigenes Bett und Schlafzeug, so dass sie in ihrem gewohnten Einschlafritual, mit immer der gleichen Erzieherin und einer kleinen Geschichte einschlafen können.

Um 14.00 Uhr, nach der Geschichte und der Ruhepause

ist für die 35-Std.-Kinder eine kurze Abholzeit eingeplant, oder es besteht die Möglichkeit, an einem Tag an einem der verschiedenen Nachmittagsprojekte teilzunehmen. Nun geht der Kindergartenalltag in den Nachmittagsbereich über. Da gibt es die Schlafkinder im eigenen Schlafraum, die Projektkinder in ihren jeweiligen Projekten und die Kinder, die an diesem Tag in das erneute Freispiel übergehen. Es werden an allen Wochentagen verschiedene Projektbereiche angeboten. Von Chor über Bewegung bis hin zu künstlerischem Gestalten oder Koch- und Backangeboten, ist eine große Interessensvielfalt im Projektbereich möglich. Um 15.00 Uhr werden die 35-Std.- Kinder, die an einem Projekt teilgenommen haben, abgeholt.

Übergang um 15.00 Uhr.

Um 15.00 Uhr gibt es ein so genanntes "Kaffeepäuschen." Alle zusammen genießen eine kleine Imbisspause. Hier essen und trinken die Kinder zusammen und erzählen rege über das gerade Erlebte. Dieser kleine Imbiss besteht z.B. aus selbst gebackenem Kuchen, Plätzchen, Knäckebrot, Honigbrot oder Äpfeln.

Danach klingt der Nachmittag langsam aus. Es werden die letzten Spiele und Tätigkeiten zu Ende geführt und die Spielsachen aufgeräumt. Es soll eine Zeit der Ruhe sein, mit der Vorfreude auf den letzten Teil des Tages, zuhause und gemeinsam in der Familie. Bis 16 Uhr werden alle Kinder von ihren Eltern abgeholt.

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 Eurythmie

Eurythmie bedeutet soviel wie "schöner Rhythmus"

oder genauer "schöne, harmonische Bewegung". Diese rhythmische Bewegungskunst wurde 1912 von Rudolf Steiner entwickelt, in dessen Anthroposophie der Rhythmus ein Grundmotiv ist.

Bei uns im Kindergarten wird die pädagogische Eurythmie gelehrt. Elemente der Sprache und Musik werden in Körperbewegung umgesetzt, dabei fließen tänzerische, mimische und gestische Komponenten der Kinder mit ein. Sie sollen die Entwicklung und Lernfähigkeit des Kindes unterstützen und fördern. Neben künstlerischem Empfinden werden sprachliche, musikalische und rhythmische Fähigkeiten geschult, sowie die physische Beweglichkeit und altersentsprechende Konzentrationsfähigkeit gefördert. Die Eurythmie findet mit Frau Schulze und einer musikalischen Begleitung immer mittwochs statt.

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 Die Feste im Jahresverlauf

Feste und Feiern

Das Feiern der Jahresfeste nimmt einen wichtigen Platz im Kindergartenalltag ein. Dabei werden nicht nur die bekannt traditionellen Feste, sondern auch weniger bekannte oder in Vergessenheit geratene Feste wie Pfingsten, Johanni (24. Juni) und Michaeli (29. September) gefeiert.
Es geht weniger darum den Kindern biblische Inhalte zu vermitteln, als darum, die Bedeutung des Festes in seinem Kern durch bildhafte Symbole den Kindern nahe zu bringen. Um zu dem Sinn des Festes vorzudringen, bedarf es einer aufbauenden Zeit der Hinführung.
 

Kurzüberblick der Feste

Michaelitag: 29. September

Die Kinder beweisen sich ihren Mut, nachdem sie sich an einem besonderen Frühstück gestärkt haben. Im übertragenen Sinne bedeutet die Mutprobe ein - sich - selbst - Mut - machen für die nun bevorstehende dunkle Jahreszeit.

Erntedanktag: meist am 2. Oktober

Das Erntedankfest findet am Vormittag mit einem besonderen Frühstück statt. Die Kinder bereiten ihr Frühstück aus dem mitgebrachten Obst und Gemüse der Saison zu.

St. Martinstag: 11. November

Das Laternenfest beginnt meist um 17 Uhr und findet mit den Eltern statt. Nach dem St. Martinsspiel, welches die Kinder beider Gruppen ihren Eltern vorführen, findet der Umzug statt.

Adventsgärtlein: immer samstags vor dem 1.Advent

Mit dem Adventsgärtlein wird der Beginn der Adventszeit gefeiert. Eltern und Kinder kommen am Nachmittag in den Kindergarten und die Kinder schreiten eine Tannenspirale entlang, um kleine Kerzen an der großen Mittelkerze zu entzünden und so immer mehr Licht ins Dunkel zu bringen.

Nikolaustag: 6. Dezember

Der Nikolaus besucht uns am Vormittag im Kindergarten und schenkt jedem Kind eine goldene NUSS und einen Zimtstern. Diese Nuss soll Ostern wieder mitgebracht werden. Es gibt ein Frühstück. Außerdem werden die Stühlchen, Tische, Platzhäuschen und Schuhe blank geputzt.

Weihnachtsfeier: letzter Tag vor den Ferien

Besonderes Frühstück. Um 11.30 Uhr sind alle Eltern zum Weihnachtsspiel und anschließendem Plätzchen essen eingeladen.

Heilige drei Könige: 6. Januar

Evtl. findet eine kleine Aufführung des Dreikönigsspiels für die Eltern statt.

Karnevalsfeier: Weiberfastnacht oder Karnevalsfreitag

Besonderes Frühstück am Vormittag. Feiern in der Gruppe mit den verkleideten Kindern. Am Vormittag findet der Karnevalsreigen statt, zu dem anschließend alle Eltern eingeladen sind.

Osterfeier: 1. oder 2. Tag nach den Osterferien

Nach einem besonderen Frühstück (Hefezopf) suchen die Kinder draußen Eier (Osterkörbchen).

Pfingstfest: Freitag vor Pfingsten

Besonders schön ist es, wenn an diesem Tag schönes Wetter ist und ein ausgiebiger Spaziergang gemacht werden kann, bei dem das Erwachen der Natur erlebt werden kann. Zum Abschluss bekommt jedes Kind eine Pfingsttaube aus Papier geschenkt.

Johannitag: 24. Juni

Johanni ist der Tag im Jahr, an dem der Frühling in den Sommer übergeht. Deshalb wird im Kindergarten an diesem Tag die Hochzeit des Jahres mit einem bestimmten Reigen, einem besonderen Frühstück und einer besonderen Geschichte gefeiert.

Schulkinderausflug

Nur für die Schulkinder wird kurz vor dem Schulkinderabschied ein besonderer Tag nur für die "Großen" geplant.

Abschiedstag und Sommerfest vor den Sommerferien

Die Schulkinder werden in feierlicher Runde verabschiedet. Zuerst findet eine Eurythmievorführung, danach die Aufführungen der jeweiligen Gruppen statt. Zum Abschied bekommt jedes Kind einen Spruch auf seinen weiteren Weg. Auch nehmen die Kinder ihre Bildermappen, Webrahmen und ihr "Ich - Buch" als Erinnerung an ihre Kindergartenzeit mit.
Anschließend geht es gemeinsam in das Sommerfest über.

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"Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde verändern"

Gemeinschaft

Unsere erfolgreiche Arbeit

ist geprägt von einem aktiven Mitgestaltungsrecht der Eltern. So gibt es verschiedene Arbeitskreise, wie z. B. den Garten- oder den Festekreis, in denen Eltern die Möglichkeit haben, ihre Erfahrungen und Stärken für den Kindergarten einzusetzen. Dies erzeugt eine große Verbundenheit zwischen Eltern, Erzieherinnen und Träger.

Die Gremien

Der TRÄGERVEREIN

ist der Träger des Kindergartens und fördert die Erziehung unserer Kinder auf der Grundlage der Pädagogik Rudolf Steiners. Alle Eltern werden bei Aufnahme ihres Kindes in diesen Kindergarten Mitglied in diesem Verein. Das vertretende Organ ist der Vorstand und das Kollegium. (siehe Satzung)

Der VORSTAND

führt die laufenden Geschäfte, kümmert sich um alle rechtlichen und wirtschaftlichen Belange. Auf der jährlich im Frühjahr stattfindenden Mitgliederversammlung werden aus der Elternschaft fünf Vertreter/innen in den Vorstand gewählt.

Der ELTERNRAT

besteht aus jeweils zwei Eltern einer Kindergartengruppe, die auf der Mitgliederversammlung gruppenintern von der Elternschaft gewählt werden. Sie sind das "Sprachrohr" der Elternschaft und vertreten deren Interessen gegenüber Vorstand und Team. Weiterhin organisiert der Elternrat verschiedene Angebote für die Eltern wie z.B. ein Elternfrühstück oder ein Großelternnachmittag.

Der KINDERGARTENRAT

ist ein zusammengesetztes Gremium aus jeweils zwei Vorständen, zwei Elternräten, zwei Teammitgliedern und der Leiterin.

Der FÖRDERVEREIN

unterstützt die pädagogische Arbeit des Kindergartens ideell und finanziell durch Öffentlichkeitsarbeit und kulturelle Angebote. So konnten mit Hilfe des Fördervereins schon einige wichtige Dinge angeschafft werden.

Die Zusammenarbeit von Erzieherinnen und Eltern

in einem Elterninitiativkindergarten ist von existenzieller Bedeutung. Die Erzieherinnen, als beständige Mitarbeiterinnen, stehen dem jährlich wechselnden Vorstand mit Rat und Tat zur Seite. Ebenso unterstützen die Eltern die Arbeit der Erzieherinnen nach besten Kräften. Das "Gesunderhalten" des Kindergartens ist das Hauptanliegen von Erzieherinnen und Eltern. Das andere Hauptanliegen liegt in der Förderung des Wohls eines jeden einzelnen Kindes im Kindergarten. Elternabende, Kindergartenratsitzungen, das gemeinsame Arbeiten in den Arbeitskreisen, Elterngespräche und Hausbesuche sind die Basis eines kommunikativen und förderlichen Miteinanders.

"Feunde in allen Sprachen: friends, arkadaslar, amigos, vrienddjes, ystärät, desamis, amici, ... – Wer die Menschen liebt, hat immer eine Familie"

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